Wahlsystem der BRD
(Modulbild: © 1996 LMZ-BW / Sven Grenzemann, LMZ001762)
Bildungsplanbezug:
Leben in demokratischen Gemeinschaften
Vorauszusetzende Kompetenzen fachlich:
Wissen um Bedeutung des Bundestages; eventuell Anknüpfung an aktuelle Wahlen; Umgang mit dem Grundgesetz.
Vorauszusetzende Kompetenzen methodisch:
Gruppenarbeitstechniken; verschiedene Präsentationstechniken; Internetrecherche.
Autor: Simone Rung
Schularten: Realschule (Gymnasium)
Fach: Fächerverbund Erdkunde - Wirtschaft - Gemeinschaftskunde
Zielgruppe: 10
Zeitumfang: Vier Stunden
Vorbemerkung:
In dieser vierstündigen Einheit werden die Schülerinnen und Schüler zunächst mit den wichtigsten Begrifflichkeiten rund um das Thema Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland vertraut gemacht. Mithilfe dieser Kenntnisse soll in der Vertiefungsphase eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema durch verschiedene Fragen stattfinden.
- Für die dritte Stunde wird ein Raum mit Beamer zur Vorführung der Powerpoint-Praäsentation benötigt.
- Die Klasse sollte idealerweise zwischen 20 bis 25 Schülerinnen und Schüler haben, da ansonsten die Gruppen für die Gruppenarbeiten sehr groß werden beziehungsweise die Recherchen sehr lange dauern würden.
- Für die dritte Stunde benötigen die Schülerinnen und Schüler einen Taschenrechner.
1. Stunde – Wahlrechtsgrundsätze
Einstieg und Aufhänger in das Wahlsystem ist im Idealfall eine aktuelle Wahl, da so die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler durch Plakate, Wahlstände, Fernsehspots oder Ähnliches erhöht ist. Diese Merkmale der öffentlichen Wahrnehmung bieten Gesprächsanlass, führen die Schülerinnen und Schüler zum Thema hin und machen sie bereits mit einigen Fragen vertraut: "Warum wählen wir?", Was wählen wir?", bevor im nächsten Schritt konkret der Frage nachgegangen werden kann, wie der deutsche Bundestag gewählt wird.
Eine Alternative ist das Begründungstraining der Bundeszentrale für politische Bildung. Eine Hinleitung ist damit ebenso gegeben, sodass der Frage nach dem "Wie" im Anschluss nachgegangen werden kann.
Zunächst erhalten die Gruppen mit vier bis fünf Schülerinnen und Schülern den Artikel 38 GG mitsamt der Aufgabenstellung (siehe Arbeitsblatt "Wahlrechtsgrundsätze"). Die Aufgaben sollen innerhalb von etwa zehn Minuten bearbeitet werden. Danach werden an der Tafel (eventuell mit Hilfe des Arbeitsblattes "Wahlrechtsgrundsätze – Lernkarten") die Ergebnisse gesammelt und gegebenenfalls ergänzt und verbessert, sodass am Ende der Stunde ein vollständiges Tafelbild mit den Wahlgrundsätzen als Ergebnissicherung vorhanden ist (siehe Dokument "Wahlrechtsgrundsätze – Tafelbild").
2. Stunde – Verhältnis- und Mehrheitswahl
In der zweiten Stunde werden nun die Begriffe Verhältnis- und Mehrheitswahl in den Vordergrund gestellt und diskutiert.
Zunächst machen sich die Schülerinnen und Schüler (kann auch als Hausaufgabe vorbereitet sein) mit den Internetseiten Wahlrecht und Bundeszentrale für politische Bildung vertraut, und füllen mit ihrer Hilfe eine Spalte (eine Hälfte der Klasse pro Spalte) des Arbeitsblattes "Mehrheitswahl und Verhältniswahl" aus. Danach sucht sich jede Schülerin und jeder Schüler einen Partner, der die andere Seite ausgefüllt hat und tauscht mit ihm die Ergebnisse aus. Diese Phase kann auch im Plenum stattfinden, da auf diese Weise auch die Ergebnisse der eigens ausgefüllten Spalte ergänzt und verbessert werden können. Im Plenum wird abschließend und zur Ergebnissicherung über die Frage diskutiert, welches System besser ist, mehr Vorteile bietet, sodass die anschließende Stunde optimal vorbereitet ist.
3. Stunde – Stimmenauswertung
Diese Stunde beginnt mit einer Reaktivierung der ersten beiden Stunden, zu der die Powerpoint-Präsentation "Wahlsystem der BRD – Präsentation" eingesetzt werden kann (vgl. Folie 1 bis 5). Ab Folie 6 kann den Schülerinnen und Schülern das Arbeitsblatt "Wahlsystem der BRD – Stimmenauswertung" ausgeteilt werden, sodass sie anhand eigener Notizen den Verlauf der Präsentation mitverfolgen können. Die Wahlrechtsgrundsätze können, müssen aber nicht noch einmal notiert werden. Bis Folie 14 erfolgt ein Lehrervortrag. Folie 15 aktiviert die Schülerinnen und Schüler, die nun eine Pause eingelegt haben, selbstständig das Wahlergebnis zu errechnen. Anschließend wird gemeinsam das Ergebnis kontrolliert. Dieser Vorgang wiederholt sich bei Folie 21. Da die Schülerinnen und Schüler in der zweiten Stunde bereits das Mehrheits- und das Verhältniswahlrecht kennengelernt haben, kann auf Folie 28 zunächst spekuliert und schließlich die richtige Lösung präsentiert werden.
4. Stunde – Interviews
Nach dem Kennenlernen der personalisierten Verhältniswahl steht nun eine Beurteilung dieses Wahlsystems an. Hierfür bietet sich die Aufteilung der Klasse in vier oder sechs Gruppen an. Die Gruppen erhalten das Arbeitsblatt "Wahlsystem der BRD – Interview" und bekommen ausreichend Zeit, um alle Fragen nacheinander zu diskutieren und mögliche Argumente zu notieren. Die Gruppen sammeln ihre Ergebnisse auf Folie (siehe Arbeitsblatt "Wahlsystem der BRD – Interview"), die anderen notieren ihre Ergebnisse auf Papier und fügen bei der anschließenden Ergebnissicherung ihre Ergänzungen hinzu. Abschließend kann eine Abstimmung/ein Blitzlicht erfolgen. Alternativ kann die Diskussion auch in der Einzelgruppe belassen und auf eine gemeinsame Ergebnissicherung verzichtet werden.
Weiterführendes Filmmaterial zum Thema finden Sie in dem Dokument "Medienliste".








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